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Das Wiesbadener Tagblatt schreibt:

Vorsicht, frisch lackiert 09.06.2009 - WIESBADEN
Von Christine Dressler

Die Wiesbadenerin Belinda Vogt hat einen Rhein-Main-Krimi geschrieben und dabei Blut geleckt

Am Weiher des Golfclubs in der Wetterau liegt eine Studentin. Juliane Bach entdeckt die silbern lackierte Leiche. Wegen der Belohnung sucht die arbeitslose Redaktionsassistentin und Mutter eines halbwüchsigen Sohnes neben einem neuen Job den Mörder, verliebt sich in den mutmaßlichen Täter und gerät in Gefahr, das nächste Opfer zu werden.

"Frauenschwimmen" heißt der neue Rhein-Main-Krimi, der vor wenigen Wochen auf den Markt gekommen ist. Geschrieben hat ihn die Wiesbadener ZDF-Redakteurin Belinda Vogt (53) mit ihrer Kollegin Uli Aechtner (56), die in der Wetterau lebt. "Wir kennen uns schon 20 Jahre, hatten uns aber lange nicht mehr gesehen, bis wir uns vor zwei Jahren wiedertrafen", erzählt Vogt in ihrer Altbauwohnung, wie es zu dem Krimi kam.

"Da war so viel geschehen, was sie und was ich erlebt hatte, dass wir beschlossen, zusammen ein Buch zu schreiben", erzählt die Ehefrau eines Buchhalters weiter, während sie Kater "Snoopy" streichelt.

"Er ist absolut sanftmütig, kratzt und beißt nie", schwärmt Vogt von dem "Prachtstück". Der Main-Coon-Mix, den ihre zwölfjährige Tochter Caroline im Winter aus dem Tierheim in die Familie holte, liegt immer, wenn Vogt schreibt, neben dem Laptop.

Sohn Lukas, 17 Jahre alt, lieferte "zwei entscheidende Ideen" für das Buch. Die eine war, dass der mordverdächtige Erfinder wie Leonardo da Vinci einen nur ihm bekannten Fehler in die Lackformel einbaut, die andere, dass Juliane Bach das von ihm lackierte Modellauto als Beweisstück nutzt.

"Die ganze Familie hat den Entstehungsprozess des Buchs verfolgt", verrät Vogt, die über dem Schreiben sogar oft das Kochen vergessen hat und ihr Mann mit den beiden Dilthey-Schülern für das Abendessen sorgen musste. "Ich war quasi nicht mehr hier, sondern in der Welt von Juliane Bach." Anderthalb Jahre schrieben die beiden Frauen in ihrer Freizeit oft ganze Tage lang abwechselnd in eine Datei, die sie hin und her mailten. Was von der einen neu dazu kam, war fett markiert und wurde von der anderen überarbeitet.

"Deshalb könnte heute keine von uns mehr sagen, wer welchen Satz geschrieben hat", erklärt Vogt. Klar ist dagegen, wer welche der Ideen hatte, die in den Figuren und der Handlung zusammenflossen. "Uli macht gern Experimente und geht auch mal zu einer Castingshow oder einem Lachgottesdienst." Die Casting-Episode etwa stamme deshalb von Aechtner, ebenso wie ein Großteil der Szenerie. Vogt lieferte dafür das Lokalkolorit aus Frankfurt, wo sie in den 80er Jahren wohnte. Von ihr kamen aus eigenen Erfahrungen die Ideen zu Familiensorgen, die Silvesterfeier mit dem Balkonbrand, "der Wirtschaftspart mit der Arbeitslosigkeit und Heuschreckenmethoden bei Firmenübernahmen" und das Thema Nanotechnologie.

Denn bevor Vogt zu SAT.1 und 2000 nach dem Wegzug des Senders aus Mainz zum ZDF wechselte, fertigte sie nach ihrem Publizistik-, Psychologie- und Jura-Studium sieben Jahre für die Höchst AG Industriefilme. "Da hatte ich viel mit Lacken zu tun." Auch habe sie " ein großes Interesse an Wissenschaft und Technik", sagt Vogt.

Die Autorinnen arbeiteten nach Verbesserungsvorschlägen von Verlagen die Liebesgeschichte und die Krimithandlung weiter aus. Im April schließlich erschien das Buch. "Das nächste gemeinsame ist in Planung", sagt Vogt. Sie verrät nur so viel, dass es sich um Archäologie drehen wird. Beide Autorinnen recherchieren bereits dafür und bauen parallel ihre gerade gestartete Internetseite aus.